3 Wochen REHA Aufenthalt in Alland – mein subjektiver Eindruck

Im Juni vergangenen Jahres wurde bei mir Diabetes II festgestellt. Auf Grund dessen bekam ich einen REHA Aufenthalt in der Sonderkrankenanstalt Alland bewilligt.

Zur Unterkunft:
Gleich nach dem „Einrücken“ wurde mir ein Zimmer zugewiesen. Es war zwar ein Einzelzimmer, WC und Dusche musste ich jedoch mit meinem Zimmernachbar teilen. Das ist in der heutigen Zeit vielleicht etwas ungewöhnlich und gewöhnungsbedürftig, doch konnte ich damit gut leben.

Zu den Untersuchungen:
Ich wurde gewogen und gemessen, ein Blutbild wurde gemacht, ein EKG geschrieben, Blutdruck und Zuckerwert wurden festgestellt. Die ausführenden Krankenschwestern und Pfleger arbeiteten routiniert und waren freundlich, schienen jedoch etwas genervt zu sein durch das neue EDV System, welches vor einigen Wochen installiert wurde.
Mein behandelnder Arzt Dr. Peter Scherer untersuchte mich ausführlich und gewissenhaft. Genau an diesem Tag hatte ich Beschwerden mit meinem Herzen und er diagnostizierte ein Vorhofflimmern. Er organisierte für mich einen Termin im KH Wr. Neustadt, welchen ich dankbar annehmen werde. Er erklärte mir mit seinem ansteckenden Humor sachlich und für mich als Laien verständlich meine Krankheitssymptome und deren Auswirkungen. Auch bei ihm konnte ich leichten Unmut über das neue EDV Programm nur schwer übersehen.

Zur Verpflegung:
Zu meinem großen Erstaunen merkte ich, dass gesunde Ernährung auch durchaus schmackhaft sein kann. Man kann mit viel Gemüse, wenig Fleisch und Fett durchaus gute Mahlzeiten bereiten. Ich werde versuchen, mich auf diese Weise weiter zu ernähren.

Zu den Vorträgen:
Ob es um Ernährung, Raucherentwöhnung, Entspannungsmethoden oder Diabetes-Schulung ging, es war alles fundiert und gut vorgetragen.

Zu den Therapien:
Auch hier hatte ich das Gefühl, dass die Behandlungen auf den jeweiligen Teilnehmer optimal abgestimmt waren. Sie waren zwar teils anstrengend aber trugen zur körperlichen Rehabilitation viel bei.

Zum neuen EDV Programm:
Dass ein neues EDV Programm fast notgedrungen zu Beginn Kinderkrankheiten zeigt, ist für mich selbstverständlich, war ich doch selbst jahrelang in ein derartiges Projekt eingebunden.

Der Sinn des neuen EDV Programmes, welches zentral von Wien aus gesteuert wird, bereitet mir jedoch tiefe Sorgenfalten. Ich habe den Eindruck, dass die Ärzte, Schwestern, Pfleger und Therapeuten immer mehr zu Sachbearbeitern werden und immer weniger Zeit für ihre ureigenen Aufgaben haben. Sie müssen viel mehr Zeit mit dem Blechtrottel verbringen, anstatt sich mit den Patienten auszutauschen um ihre Probleme kennen zu lernen.
Nicht nur die Patienten werden zu gläsernen Menschen, sondern auch die Ärzte und das gesamte Personal.
Irgendwann in naher Zukunft entscheidet ein Wirtschafts-Statistiker was für Arzt und Patienten wichtig und gesund ist. Und dieser wird weder medizinisch geschult noch menschlich agieren, sondern nach rein wirtschaftlichen Interessen handeln.

Somit wird auch in der Medizin die Gewinnmaximierung alles andere in den Schatten stellen.

2 Comments

  1. hallo Gerhard
    bitte schreib weiter über Alland da ich von meinem Dr auch einen Kuraufenthalt in Alland verschrieben erhalten. ggg ich hoffe du gehst nicht zum KArner gggg

  2. Hallo Christine, freue mich, dass du meinen Blog gefunden hast.
    Nun, bis auf die Geschichte mit dem Computer bin ich von Alland sehr angetan und kann es nur empfehlen. Alleine durch die Weitläufigkeit der Anlage kommst du vom Zimmer zu den einzelnen Vorträgen und Therapien auf einige km Fußmarsch pro Tag.
    Und vom Karner war ich auch sehr begeistert, ich war an einem Sonntag mit meiner Frau dort. Da ich gerade vom Mittagessen kam und meine Frau noch nichts im Magen hatte, war es für mich leicht, ihr beim Essen zuzuschauen. Ich trank halt ein Soda-Zitrone und einen Kaffee….

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