Religionen auf Bali

· 20. April 2019 · Comments are off

Ab dem 10. Jahrhundert brachten indische Brahmanen die hinduistischen Götter über Sumatra und Java nach Bali. Die Balinesen übernahmen nicht einfach die neue Religion, sondern sie integrierten sie in ihre eigene Tradition.
Im 16. Jahrhundert begann der Islam den Hinduismus zu verdrängen. Viele Hindus flüchteten nach Bali. Somit wurde die Insel die letzte hinduistische Bastion in Indonesien.
Der hinduistische Glaube auf Bali und der Islam auf den Nachbarinseln sind aber nicht „rein“ ausgeprägt, sondern verschmolzen sich mit ihrem bisherigen Glauben.
Der altmalaiische Glaube an die Allmacht der Natur, die Beseeltheit der Umwelt blieb ebenso erhalten wie der Ahnenkult. Es entstand die komplexe jedoch harmonische Hindu-Dharma-Religion. 94% der Balinesen gehören dieser Religion an.

Die Welt der Balinesen ist zweigeteilt. Erde und Wasser, Tag und Nacht, Gut und Böse, Götter und Dämonen. Erst durch das Zusammenwirken dieser beiden Paare werden die Existenz der Welt und jegliches Leben ermöglicht.
Aus diesem Grund ist es notwendig, beide entgegengesetzten Seiten, sowohl Götter als Dämonen zu huldigen und zu beachten. Harmonie kann nur durch Ausgeglichenheit der Gegensätze erreicht werden und nicht durch Verdrängung der negativen Seiten.
Eine fundamentale Rolle im balinesischen Weltverständnis spielen Berg und Meer. In den Bergen, der Oberwelt wohnen die Götter und das Meer, die Unterwelt ist das Reich der Dämonen. Dazwischen ist das Reich der Menschen angesiedelt, es wurde ihnen von den Göttern geliehen. Der Mensch ist ebenso gegliedert. Der Kopf entspricht der Oberwelt, der Rumpf der Mittelwelt und die Füße der Unterwelt.
Da sowohl Götter als Dämonen gerne den Bereich der Menschen besuchen, ist es notwendig, die Einen mit Opfergaben zu huldigen und die Anderen zu besänftigen. Man findet zum Beispiel an gefährdeten Stellen wie Brücken oder Straßenkreuzungen immer wieder Opfergaben. Sie bestehen aus einem Bananenblattschälchen mit Blumen, Räucherstäbchen und Keksen. Diese werden oft mehrmals täglich erneuert, um die Dämonen zu besänftigen.

Das Gottesbild in Bali ist das des größten Ordnungsstifters, der über den Kosmos waltet.
„Sang Hyang Widdi Waca“, das allerhöchste Wesen wird nicht als Gottheit gesehen, sondern als Zusammenfassung aller göttlichen Kräfte, in der alle Gottheiten, die Ahnen und die Naturkräfte verschmelzen. Es ist niemandem untertan und beherrscht alles.
Die wichtigste Erscheinungsform des allerhöchsten Wesens ist die Trinität (Trimurti) von Brahma, Vishnu und Shiva. In den meisten Tempeln findet man den Saggan-Kemulan-Schrein zu Ehren der Trinität. In der Mitte sitzt Shiva, Brahma rechts und Vishnu links.

Brahma ist der Schöpfer des Weltalls.
Er war einst der wichtigste Gott der Hindus. Seine Bedeutung ist heute zu Gunsten von Shiva gesunken. Aus seinen vier Köpfen sind die vier heiligen Bücher (Veden) entstanden, welche die Grundlage des Hinduismus darstellen. Zu seiner Verehrung genügt meist ein leerer Thron. Sein Reittier ist eine Gans.
Seine Gefährtin Devi Saraswati wird als Göttin der Weisheit, der Musik und der Literatur verehrt.

Shiva der Tod Bringer und Zerstörer.
Er ist der wichtigste Gott auf Bali und wird am meisten verehrt. Durch die Vernichtung schafft er erst Platz für die Neu-Entstehung. Daher wird er häufig als lingam (Phallus) dargestellt.
Shiva wohnt auf Mt. Batur, sein Reittier und Freund ist der Stier Nandi.
Parvati ist die Gemahlin Shivas. Sie ist der Inbegriff der Einheit von Mann und Frau, von Göttern und Göttinnen. Sie kann sich sowohl als Todesgöttin Dewi Turga wie als Liebesgöttin Dewi Uma manifestieren.

Vishnu der Bewahrer und Lebensspender.
Immer wen die Menschen in Bedrängnis sind inkarniert Vishnu als Mensch. (Krishna, Buddha und Rama sind Beispiele seiner Inkarnationen.)
Er wohnt auf dem Vulkan Mt. Agung und sein Vortbewegungsmittel ist der Göttervogel Garuda.
Seine Begleiterinnen sind die Göttin Devi Lakshmi, die Göttin des Wohlstandes und des Glücks, sowie Devi Sri, die Göttin der Landwirtschaft und der Fruchtbarkeit.

Dämonen, Hexen und böse Geister.
Sie sind die Gegenkraft der Götter und werden mit Krallen, Glotzaugen und langen Reißzähnen dargestellt.
Rangar ist die Hexenfürstin und mit ihren Gehilfinnen, den Leyak entfalten sie die Macht in der Nacht und können den Menschen Tod und Verderbnis bringen. Sie wird mit zottigem Haar, Hängebrüsten und riesigen Reißzähnen dargestellt. Um ihren Hals hängen menschliche Eingeweide und aus dem Mund eine lange Zunge.

Mehr dazu unter:  http://www.insel-der-goetter.de/kultur.htm

 

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Über Gerhard Neuwirth

Ich bin Reikilehrer und arbeitete in eigener Praxis für energetische Heilweisen. Heute bin ich in Pension und stelle meine Erfahrungen informativ auf meiner Homepage zur Verfügung. Da es Gottseidank noch immer Menschen gibt, die nicht immer mit PC oder Handy verbunden sind, habe ich mich entschlossen, meine Gedanken auch in Buchform zu bringen.